Lucian Pintilie führt uns stufenweise und über Alltagsgespräche in die tragischen Erlebnisse einer Familie ein, die uns sehr tief berührt.
Der Film beginnt mit der Beerdigung von Mihai, Nikis Sohn. Das ist der Antrieb, der jedes Familienmitglieg vor die Schwierigkeit zu leben, stellt.
Die Mutter ist depressiv und nimmt zu viele Arzneien ein, sie bleibt an einer idealisierten Vergangenheit hängen, an der Grenze des Unwahrscheinlichen. Die Schwester von Niki, Frau des Sohnes von Flo, ist schwanger und benimmt sich kindisch und verführerisch. Sie will nach Amerika auswandern und Flo, mit dem sie ein zweifelhaftes Verhältnis hat, unterstützt sie. Die Frau von Flo existiert nicht als solche, sie dient nur als Wortführer ihres Mannes. Niki hängt an seinen alten Werten bleiben. Er ist die ewige Vaterfigur, die nicht merkt, dass seine Kinder Erwachsene sind. Er verhält sich wie ein Vater auch zu seiner Frau, die man als zart und gehorsam wahrnimmt und die in die Krankheit flüchtet... Nur Flo scheint tatsächlich zu leben, in die Gegenwart verankert zu sein und sich an die Zukunft zu richten. Aber allmählich entdeckt man auch seine Beklemmungen, sein Bedürfnis, immer über die anderen destruktive Reden zu halten, um zu fühlen, dass er existiert. Niki mit seinen veralteten Werten wird Flo zum erreichenden idealen Ziel. Ihr Verhältnis zueinander ist allem Anschein nach freundlich aber man spürt, wie sich in ihm eine Herzensangst entwickelt, so dass es ihm nichts weiter übrig bleibt als entweder nicht mehr zuzuhören oder dieser Rede, die ihn innerlich zerstört, ein Ende zu setzen. Traditionellerweise sind die drei möglichen Reaktionen auf einen Angriff der Gegnangriff, die Flucht oder das Aufgeben. Nikis Schweigen, der Mangel einer Antwort, die sich an der Wirklichkeit von Flo anpasst, deren Worte immer heimtückischer und schadenfroh werden, führt zur Verschärfung der Angriffe, deren bemitleidenswertes Opfer der Angreifer und der Angegriffene sind. Man merkt, wie die beiden von archaischen Gefühlen überwältigt werden, die immer schwieriger zu beherrschen sind. Jedes nimmt eine defensive Haltung zu Flos Worten ein, die aber nicht ausgesprochen ist, weil sie anscheinend höflich sind. Alles zerbröckelt, löst sich allmählich in ihrem Leben auf, wo die Fähigkeit, der eigenen Existenz gewachsen zu sein, auf Messers Schneide ist. Sie schmieden sich unzuverwirklichende Pläne, die Flos Worte sofort zerstören mit einer gewaltigen verborgenen Kraft, die manchmal unverträglich ist. Der Ausgang ist unerwartet aber wesentlich logisch. Er setzt uns in Verlegenheit und zugleich stellt uns vor uns selbst. Der Gegenangriff von Niki ist auf dem Niveau der Wirklichkeit übertrieben aber er ist die einzige Möglichkeit, den Anschein eines Lebens wiederzufinden, auf eine flüchtige und trügerische Weise, da er sich danach nach Hause und auf seine seine Stelle vom lebendigen Toten zurückkehrt. Alles verläuft, ohne viel gesprochen zu werden, aber jeder Satz rührt in uns die Absage unserer am tiefsten versteckten archaischen Gefühle.