Kommentare zur Sendung "Des racines et des ailes" vom 11. Dezember 2002 in FR3
Wenn ich nach Rumänien reise, denke ich oft mit Erleichterung daran, dass es ein Glück war, dass Ceausescu seinen Systematisierungsplan nicht zu Ende führen konnte. In dieser Sendung wurde behauptet, dass man die rumänischen Kunstwerke zur Zeit des Kommunismus zerstört habe, was gar nicht wahr ist.
Man muss den Mangel an finanziellen Mitteln zur Aufrechterhaltung des Kulturgutes mit der Unfähigkeit, es zu tun, nicht verwechseln.
Als Beweis dafür stelle ich nur die Tüchtigkeit und die Genauigkeit (die jeder bestätigen kann, wenn er Rumänien besucht) in der Ausführung der Wiedeherstellung des Palastes Cotroceni, unter der Leitung von Arch. Nicolae Vladescu, und in der Verzierung des Volkspalastes (trotz des Kitsches und des Größenwahns). Handwerkmeister aus ganz Rumänien wurden dazu eingesetzt unter der Vorwand, dass sie ihren Militärdienst leisten sollen, damit man im Dienste der Macht gerade diese Kunsttechniken zu stellen, die bis dann in den sehr zurückgezogenen Dörfern bewahrt wurde.
Was die Aufrechterhaltung des byzantinischen Kulturgutes betrifft, ist es möglich, dass es da um eine manchmal schlecht geführte und unausreichende Instandhaltung geht. Das kann man noch im Falle der knappen noch sichtbaren Wiederherstellung mancher Kirchenmalereien
feststellen. Es gibt auch solche „großen Restauratoren“ wie Lecomte du Nouys, die lange vor der Kommunismuszeit die „archaischen“ Fresken von Curtea de Arges zerstört haben und sie mit echten Werken des 19. Jhs. ersetzt haben. Von den alten Fresken hat man (glücklicherweise) einige als „Beweise der rumänischer Geschichte“ im Bukarester Kunstmuseum bewahrt.
Die Benutzung der traditionellen Kunsttechniken durch die Regierung Ceausescu und die Verwendung wichtiger Mittel im Dienste des eigenen Größenwahns, zeugt davon, dass diese Techniken weiter existierten. Ich konnte selber feststellen, dass die traditionelle Ikonen- und Freskenmalerei sogar in Gebieten überlebt hat, wo sich die Architekten,
die sich um die Erhaltung des Kulturgutes kümmern, nicht einmischen. Es ist möglich, dass das Beibringen der traditionellen Kunsttechniken in der Familie der Grund für die Erhaltung des rumänischen Nationalidentität gewesen sei, die der Begriff vom „neuen Menschen“ beeinträchtigt hat. Ich war dabei, als die Fresken eines Klosters aus der Bukowina unter der Leitung höher internationaler Instanzen wiederhergestellt wurden, wobei man die alte Vorbereitung der Grundschicht und der Malereien schien, schlecht geführt zu sein. Es waren jedoch dieselben traditionellen Techniken, die die Erhaltung dieser Malerein im Laufe der Jahrhunderte leisteten.
Es ist schade, dass man bei dieser Sendung gerade die Maler und Bauer in den Dörfern nicht interviewt hat. Man hätte feststellen können, dass diese Tradition der Kunsttechniken ganz beibehalten wurde. Auch wenn ich
großen Respekt für diejenigen habe, die sich für das Kulturgut eines tatsächlich angeschwärzten Landes interessieren, stört es mich die Tatsache, dass die westeuropäischen Sendungen ein politisiertes Bild schlecht beabsichtigt vermitteln, als ob man beweisen möchte, dass die Leute unerbittlich durch den Kommunismus gequält und vernichtet worden wären und dass „der neue Mensch“ jede Spur von Einbildungskraft verwischt hätte. Was geschieht, wenn man beweist, dass die Rumänen und die Leute aus den Ostländern, die ich zumindest kenne, die Fähigkeit hatten, ihre Identität trotz des Kommunismus zu bewahren ? Würde das unsere eingeprägten westeuropäischen Vorurteile stören ?
Es gab große rumänische Künstler in allen Bereichen der Kunst (Malerei, Bildhauerei, Archtektur usw.) AUCH ZUR ZEIT DES KOMMUNISMUS.
